Ben Hammer und sein instax-Projekt „366”

10.02.2017

Der passionierte Fotograf und Blogger Ben Hammer hatte sich Neujahr 2016 einen ganz besonderen Vorsatz gefasst: An jedem Tag des Jahres sollte ein instax-Sofortbild entstehen. Gesagt, getan. Mit der letzten Aufnahme am 31.Dezember hieß es dann: „Mission accomplished“! Wir gratulieren und haben mit dem 26-jährigen Kölner über sein spannendes instax-Projekt „366“ gesprochen:

Fujifilm: Hallo Herr Hammer, vielen Dank für das Gespräch. Können Sie sich unseren Lesern kurz vorstellen?

Ben Hammer: Hi, ich bin Ben, Jahrgang 1990 und habe 2013 die Fotografie für mich entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich bereits drei Jahre lang online über Fotografie geschrieben, hatte aber selbst noch nie wirklich eine Kamera in der Hand. Inzwischen lebe ich wieder in meiner Heimatstadt Köln und habe hier seit 2016 auch mein Studio. Auf meinem Blog benventures.de schreibe ich heute noch immer über meine Projekte und Dinge, die mich beschäftigen. Fotografisch, persönlich aber auch multimedial. Auf den instax-Geschmack bin ich allerdings erst 2015 gekommen.

Fujifilm: Für Ihr Projekt haben Sie ein Jahr lang jeden Tag als instax Sofortbild festgehalten – definitiv ein Langzeitprojekt! Wie kam es zu der Idee und wie verlief die Realisierung?

Ben Hammer: Auf unserer damaligen Shootingreise in 2015 hatte ich erstmals eine instax WIDE 300 und einige Filme dabei. Irgendwie gefielen mir die Bilder so gut, dass ich mehr mit dem Sofortbild arbeiten wollte. Vor allem die Reaktionen von anderen Menschen auf diese Art von Bildmaterial, das sofort verfügbar und haptisch spürbar ist, ist für mich besonders. Als der Jahreswechsel bevorstand, kam mir dann die spontane Idee, ich könnte mich doch einfach mal an einem 365-Tage Projekt versuchen. Sofortbild schien mir irgendwie ganz sympathisch. Ja und auch die Realisierung war eigentlich recht einfach. Ich hatte immer ein paar Filme griffbereit und meine instax WIDE Kamera so oft wie möglich dabei. Immer am Anfang des nächsten Monats setzte ich mich dann hin, scannte alle instax Aufnahmen des vergangenen Monats und setzte die digitalisierten Bilder anschließend mit Photoshop auf eine Weißfläche, minimierte die Datei für die Darstellung im Web und lud sie auf eine eigene Unterseite meiner Website –www.benhammer.de/366-2 – hoch. Hin und wieder habe ich auch ein paar kleinere Geschichten und Erlebnisse, die ich mit der instax hatte, auf meinem Blog „benventures“ festgehalten.

Fujifilm: Worin lag für Sie die besondere Herausforderung an diesem Projekt?

Ben Hammer: Zum einen war es für mich eine echte Herausforderung, die nicht gerade kompakte instax WIDE 300 auch wirklich immer einzupacken und nicht sofort der eigenen Faulheit nachzugeben. Ansonsten habe ich das Projekt auch eher als Dokumentation meines Jahres und nicht so sehr als kreative Challenge gesehen. Deswegen waren gerade Tage schwer zu bebildern, an denen mal nicht so viel los war und nur Büroarbeit anstand. Hier war es dann schlussendlich doch fast eine kreative Herausforderung, nicht immer und immer wieder den eigenen Monitor abzufotografieren

Fujifilm: 366 Bilder sind eine ganze Menge. Haben Sie eine Lieblingsaufnahme und wenn ja, was macht die Aufnahme für Sie zu etwas Besonderem?

Ben Hammer: Natürlich gibt es so einige Bilder, die mir gefallen. Witzigerweise sind es meist eher abstrakte oder architektonische Bilder, die eigentlich gar nicht so viel mit meiner wirklichen fotografischen Arbeit gemeinsam haben. Meine aktuell aber wirkliche Lieblingsaufnahme ist die hier gezeigte Double Exposure. Zum einen, weil sie in der Küche von meinem Kollegen Marcus entstanden ist, wo ich das letzte Jahr ziemlich viel Zeit verbracht habe. Hier haben wir immer unseren „Kittchentalk“-Podcast aufgenommen und auch die Bilder für mein eigenes erstes Fotobuch digitalisiert. Zum anderen finde ich die Aufnahme faszinierend, weil es sich unglaublicherweise tatsächlich um eine Doppelbelichtung handelt, die wir irgendwie im Kollektiv hinbekommen haben – unabsichtlich, einfach weil das Sofortbild nicht sofort aus der Kassette befördert werden konnte und das Bild dadurch noch einmal belichtet wurde. Ich mag diese Zufälle und experimentellen Ergebnisse, die bei analoger Fotografie passieren können.

Fujifilm: Alle Aufnahmen sind mit der instax WIDE 300 entstanden. Haben Sie beim Fotografieren etwas Spezielles beachtet? Gibt es Tipps und Tricks, die Sie an unsere Leser weitergeben können?

Ben Hammer: Dazu habe ich mal einen etwas längeren Blogartikel geschrieben. Im Allgemeinen habe ich mich aber auf drei Regeln beschränkt. Erstens: Viel Licht hilft viel bei der instax. Die Bilder sehen dann einfach am besten aus. Zweitens: Immer den Blitz dazu schalten, egal wie hell es schon ist. Und drittens: Die manuelle Belichtungseinstellung nutzen und auf „D“ stellen, um noch ein bisschen mehr Kontraste zu erreichen. Zusammen mit dem Blitz entstehen meiner Meinung nach die besten Hauttöne. An mehr hab ich mich auch schon nicht mehr orientiert. Der Rest ist Instinkt, Gefühl und natürlich auch ein bisschen Glück.

Fujifilm: Worin liegt für Sie der Reiz von Sofortbildern?

Ben Hammer: Also klar, die menschliche Interaktion mit dem Bildmaterial ist einfach toll. Aber auch diese Art von Kontrollverlust, Liebe zum Unperfekten. Ich mag das. Nicht nachträglich noch Stunden mit Photoshop zu verbringen, um dann jeden kleinsten Fehler auszubügeln. Nein, abdrücken und fertig ist das Foto! Und es muss so akzeptiert werden, wie es ist. Mal unscharf, mal ein bisschen zu hell, aber es ist eben genau dieser eine Moment! Und wenn mal alles stimmt, sieht es – wie ich finde – dann doch besser aus, als jedes digital gepimpte Foto. Deswegen liebe ich Sofortbilder.

Herr Hammer, wir bedanken uns für das Gespräch!

Bilder: Ben Hammer / benhammer.de

Fujifilm Instax
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